
Der C22 Farbwechsel kann etwas herausfordernd sein. Denn, wer bei C2C zum ersten Mal ein Motiv häkelt, merkt ziemlich schnell: Die Technik selbst ist gar nicht das Problem. Die eigentliche Abenteuerreise beginnt bei den Farbwechseln. Plötzlich hängen mehrere Garnbobbel am Projekt, die Arbeit wird ständig gedreht und irgendwo stellt man sich unweigerlich die Frage: „Warum verknotet sich eigentlich immer genau der Faden, den ich als Nächstes brauche?“
Aber keine Sorge: Farbwechsel bei C2C folgen eigentlich einem sehr logischen Prinzip. Sobald man verstanden hat, wann die neue Farbe aufgenommen wird, wird vieles deutlich entspannter. Denn es gibt einen Unterschied, wo der Farbwechsel stattfindet. Am Anfang einer Zunahme- oder Abnahmereihe, oder ganz einfach bei einem mittleren Block.
Bevor du dich allerdings mit dem C2C Farbwechsel auseinander setzt, solltest du die Grundlagen des hier vorgestellte C2C-Musters kennen. Die Grundlagen findest du in meinem vorherigen Blogbeitrag.
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Das Grundprinzip beim C2C Farbwechsel
Beim C2C Häkeln wird die Farbe immer blockweise gewechselt. Jeder Block funktioniert dabei wie ein kleines Pixel innerhalb des Motivs. Genau deshalb entstehen später klare Formen, Linien und Farbflächen.
Damit der Übergang sauber aussieht, wird die neue Farbe normalerweise schon beim letzten Durchziehen des vorherigen Blocks aufgenommen. Der nächste Block entsteht dadurch direkt vollständig in der neuen Farbe und die Kante wirkt deutlich ordentlicher.
Gerade am Anfang hilft es sehr, sich die Farbwechsel eher als kleine Bausteine statt als klassische Reihen vorzustellen. Denn beim C2C arbeitet man nicht von links nach rechts durch eine gerade Reihe, sondern diagonal durch einzelne Kästchen.
Wichtig ist auch, dass du die Fäden lang genug stehen lässt, damit du sie im Anschluss gut und sicher vernähen kannst.
Farbwechsel bei einer Block-Zunahme
Die Zunahmen sind meistens der erste Moment, in dem die C2C – Farbwechsel kurz verwirrend wirken können. Schließlich beginnt jede neue Reihe mit einem zusätzlichen Block.
Damit die Kante sauber bleibt, wird die neue Farbe idealerweise bereits beim letzten Durchziehen des vorherigen Blocks aufgenommen. Anschließend häkelst du den neuen Startblock ganz normal mit 6 Luftmaschen und 3 Stäbchen in der neuen Farbe.



Farbwechsel mitten in der Reihe
Die meisten C2C Farbwechsel passieren mitten innerhalb einer Reihe. Genau dort entstehen später die eigentlichen Motivformen.
Der Ablauf bleibt dabei immer gleich:
- Den aktuellen Block fast vollständig fertig häkeln
- Beim letzten Durchziehen bereits die neue Farbe aufnehmen
- Den nächsten Block komplett in der neuen Farbe arbeiten
Dadurch entsteht ein sauberer Übergang zwischen den Kästchen.
Ich selbst wechsle die Farbe erst bei der Kettmasche. Das fällt mir persönlich leichter und einen gravierenden Unterschied konnte ich bisher nicht feststellen. Auf den Fotos siehst du daher meine Art, die Farbe zu wechseln.



C2C Farbwechsel bei einer Block-Abnahme
Bei Abnahmen verändert sich der Farbwechsel ein kleines bisschen, weil die Reihe nicht mehr mit einem neuen Startblock beginnt.
Stattdessen arbeitest du dich zunächst mit Kettmaschen bis zum nächsten Zwischenraum vor. Erst dort beginnt der erste neue Block der Reihe – und genau an dieser Stelle wird dann gegebenenfalls auch die neue Farbe aufgenommen.



Tipps für entspannte C2C Farbwechsel
Praktisch bei vielen Farbwechsel sind kleine Garnbobbel. So kannst du Farben einfach hängen lassen und bei der nächsten Reihe
wieder aufnehmen (wie du das am geschicktesten machst, erkläre ich dir weiter unten), statt ständig neue Fäden anzusetzen. Das reduziert zwar nicht komplett das berühmte C2C-Fadensalat-Phänomen – aber zumindest bleibt das Drama überschaubar.
Wenn mehrere Farben häufig wechseln, sammeln sich allerdings schnell viele Fäden an der Arbeit. Es entsteht eigentlich immer – früher oder später – ein Fadenchaos. Das gehört aber bei größeren C2C-Motiven praktisch zum kreativen Gesamterlebnis dazu.
Daher habe ich mir angewöhnt, nicht erst am Ende alle Fäden zu vernähen, ich mache das auch im Verlauf der Arbeit immer mal wieder. Wichtig ist auch, dass das Garngewurschtel übersichtlich bleibt und du nicht erst alles entwirrst, wenn gar nichts mehr geht.
Hilfreich ist außerdem, die Arbeit zwischendurch kurz auszubreiten. So erkennt man frühzeitig, ob die Motivkanten sauber verlaufen oder ob sich irgendwo versehentlich ein falsches Kästchen eingeschlichen hat.
Und ganz wichtig: Nicht zu perfektionistisch werden. Kleine Unregelmäßigkeiten verschwinden später oft erstaunlich gut im Gesamtbild.
Vorderseite, Rückseite und Spannfäden
Gerade bei C2C-Motiven lohnt es sich, schon zu Beginn auf die spätere Vorder- und Rückseite zu achten. Da beim C2C Häkeln jede Reihe gewendet wird, arbeitest du nämlich abwechselnd auf Vorder- und Rückseite. Die Spannfäden (wenn du den vorher liegen gelassenen Faden bei einem Farbwechsel wieder aufnimmst) sollten dabei möglichst immer auf der Rückseite mitgeführt werden, damit die Vorderseite sauber aussieht und das Motiv später richtig zur Geltung kommt.
Besonders bei Schriftzügen, Gesichtern oder anderen asymmetrischen Motiven ist außerdem wichtig, die Leserichtung der Vorlage im Blick zu behalten. Viele C2C-Vorlagen werden von rechts unten nach links oben gearbeitet. Werden die Rück- und Hinreihen verwechselt, ist das Motiv später gespiegelt – was bei einem Schriftzug natürlich doof wäre. Deshalb lohnt es sich, schon nach den ersten Reihen kurz zu kontrollieren, welche Seite später vorne liegen soll. Ein Maschenmarkierer an der Vorderseite kann dabei überraschend viel Verwirrung verhindern.
Sehr hilfreich ist außerdem ein Reihenzähler oder das konsequente Abhaken bereits gehäkelter Reihen. Gerade bei größeren Motiven verliert man sonst schnell den Überblick.
Spannfäden
Was sind denn nun diese Spannfäden. Diese Fäden entstehen dadurch, dass du einen Faden der Vorrunde wieder aufnimmst und damit weiterhäkelst. Du musst den Faden immer über einen Block ziehen, da er nie an der Stelle liegt, an der du ihn brauchst – das liegt an der Natur des Musters. Du musst den Faden daher über eine Blockbreite oder -höhe spannen. Daher: Spannfaden.
Fangen wir mit der Blogbreite an:
Den hängen gelassenen Faden (hier Weiß) von links nach rechts über den Block (Grün) ziehen, der als nächstes behäkelt werden soll. Achte darauf, dass du den Spannfaden mit der Km nicht zu eng ziehst, er muss die Länge des grünen Blocks haben! Sonst zieht sich deine Arbeit an der Stelle zusammen. Wenn du im Anschluss die Lm-Kette des vorherigen Blocks (hier Grün) mit den 3 Stäbchen umhäkelst, häkelst du auch über diesen weißen Spannfaden. Somit ist er verschwunden.






Weiter geht es mit der Bloghöhe:
Die zweite Variante ist die, dass du den Faden von unten nach oben holen musst. Das Prinzip ist ähnlich, du holst den Faden an die Stelle hoch, an der du den Block mit der Km befestigen möchtest. Ziehe auch hier die Kettmasche nicht zu stramm. Der Spannfaden sollte die gleiche Höhe haben, wie der Block, damit sich auch hier nichts zusammenzieht. Mache eine Km und häkle wie gewohnt weiter. Der Spannfaden ist am Ende kaum mehr zu sehen – es sei denn, du schaust ganz genau hin ;).



Du kannst auch längere Spannfäden nutzen, also den Faden über zwei oder mehr Blöcke ziehen. Das solltest du aber nur machen, wenn man später die Rückseite nicht mehr sieht, wie z.B. bei einem Kissenbezug. Denn du kannst die Fäden ja im Nachhinein nicht mehr einhäkeln, die bleiben dann sichtbar auf der Rückseite deiner Arbeit.
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So kannst du dein C2C-Projekt schön umranden
Eine Umrandung macht bei C2C-Projekten oft einen riesigen Unterschied. Durch die diagonalen Kästchen wirken die Außenkanten manchmal etwas unruhiger als bei klassischen Häkelreihen. Mit einer schönen Abschlussrunde bekommt das Projekt sofort einen saubereren und ruhigeren Gesamteindruck.
Besonders gut eignen sich:
- feste Maschen für einen schlichten Rand
- mehrere Runden feste Maschen für mehr Stabilität
- Krebsmaschen für eine dekorative Struktur
- Muschelmuster für verspielte Projekte
- farblich abgesetzte Ränder, um das Motiv stärker hervorzuheben



Auf den Fotos siehst du übrigens meinen ersten C2C Spüllappen. Ich habe mich hier für ein kleines Schildkrötenmotiv entschieden. Wer hätte gedacht, dass ein Spüllappen so niedlich sein kann ;). Daher habe ich dir für die Schildkröte auch ein Zählmuster erstellt.
Der Lappen hat bei mir eine Größe von 17 x 17 cm. Wenn dir das zu klein ist, dann solltest du noch senkrecht und waagerecht weiße Kästchen anfügen.

Im Zählmuster habe ich dir die erste Reihe mit Farbwechsel mit einem großen Pfeil markiert. Damit du weißt, dass das eine Rückrunde ist und wo du dich in deinem Häkelstück befindest.
Kommen wir jetzt aber zurück zum Rand:
Gerade bei Spül- oder Waschlappen sorgt ein stabiler Rand außerdem dafür, dass die Form auch nach häufiger Benutzung schön erhalten bleibt.
Was du oben auf dem Foto siehst, ist übrigens meine liebste Art, das Muster zu umhäkeln. Du musst den Rand auch nicht farblich absetzen, du könntest das ganze auch einheitlich gestalten. Aber das gute daran ist, dass so deine Arbeit in Form gezogen wird. Ich habe den Lappen zwischen den einzelnen Aufnahmen nicht gespannt!
Und so häkelst du diese Umrandung:
Beginne mit einer stehenden festen Masche in einer Ecke, häkle 2 Lm und stich mit deiner Nadel in deine Arbeit zwischen zwei Blöcken (Stich dabei nicht in den großen Zwischenraum, sondern wirklich in die Arbeit.). Wiederhole das solange, bis du wieder am Anfang angekommen bist. Am Ende machst du eine Km in deine erste fM.
Bei den Ecken häkelst du im Grunde genau gleich. Häkele eine fM in die Ecke und dann wieder 2 Lm und fM, wie oben beschrieben.



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Hier findest du weitere Inspirationen zum C2C häkeln:
